Atemschutzgeräteträger (AGT)
Atemschutzgeräteträger, kurz AGT, sind im Brandeinsatz gefährlichen Situationen ausgesetzt, da sie direkt am Feuer arbeiten. Sie müssen sich daher auf ihre Schutzausrüstung verlassen können.
Schon die alten Römer schützten sich im Brandfall mit feuchten Tüchern vor den giftigen Rauchgasen. Heute sind wir technisch glücklicherweise schon viel weiter.
Pressluftatmer

Jeder Feuerwehrmann im Innenangriff trägt seine Atemluft heutzutage wie einen Rucksack auf dem Rücken mit sich herum. In den gelben Stahlflaschen befindet sich ganz normale Atemluft. Diese wird mit etwa 300 bar in die Flasche gepresst. Die Luft reicht dann für etwa 30 Minuten, je nach Belastung auch mal mehr oder weniger.
In unserem HLF 10 sind diese Flaschen direkt in der Mannschaftskabine verlastet. Zwei Trupps können sich so schon während der Anfahrt zum Einsatzort ausrüsten.
Atemschutzmasken

Über einen Schlauch wird die Luft zum Lungenautomaten geführt, welchen der AGT an seinen Atemanschluss anschließen kann.
Die Maske umschließt das gesamte Gesicht. Der Feuerwehrmann darunter kann ganz normal durch Mund und Nase atmen.
Über der Maske wird eine Flammschutzhaube getragen. Diese Haube aus feuerfesten und hitzebeständigen Textilien schützt den Hals und die Ohren, die nicht von der Maske bedeckt werden.
Totmannwarner

Verliert ein AGT das Bewusstsein oder wird anderweitig Bewegungsunfähig, hilft der Totmannwarner dabei, den verunfallten AGT aufzufinden.
Bewegt sich der AGT für eine bestimmte Zeit nicht, ertönt ein Warnton als Voralarm. Bewegt sich der AGT dann weiterhin nicht, ertönt ein Hauptalarm mit einer Lautstärke von 95db. Zusätzlich fangen am Totmannwarner LEDs an zu blinken.
Der Totmannwarner kann auch eigenhändig durch den AGT ausgelöst werden, wenn sich dieser z.B. eine Verletzung zuzieht, abstürzt oder sich selber nicht mehr aus einer Lage befreien kann.
Atemschutzüberwachung (ASÜ)

Der Einsatz von Atemschutztrupps wird streng überwacht und dokumentiert. So werden unter anderem Name, Gerätenummern von Flasche, Maske und Lungenautomaten sowie der Druck in der Flasche dokumentiert. Während des Einsatzes wird regelmäßig abgefragt, wie hoch der verbleibende Druck des Trupps ist.
Auch Einsatzziel, Einsatzweg und Funksprüche der im Einsatz befindlichen Trupps werden dokumentiert.
Bei kleineren Einsätzen, bei denen nur ein Trupp unter Atemschutz im Einsatz ist, wird diese Dokumentation in der Regel vom Maschinisten des Fahrzeuges geführt. Bei größeren Einsätzen kommen wir als Ortswehr mit unserer Atemschutzüberwachung und dem GW-ASÜ zum Einsatz.
Nach dem Einsatz kümmern wir uns mit der ASÜ auch um die Hygiene. Die eingesetzten Trupps müssen dekontaminiert und entkleidet werden. Nach jedem Brandeinsatz geht die Kleidung in die Reinigung, damit die Einsatzkräfte keine Schadstoffe verschleppen. Bei der Hygiene unterstützt uns die Ortsfeuerwehr Haddessen.

